Praxis Dres. Scholber, Fröhlich, Höbbel-Schnell

Vom 17. September bis 3. Oktober 2015 nahm Herr Dr. Scholber in einem  6-köpfigen Einsatzteam unserer Hilfsorganisation Humedica auf Bitte des UNHCR an einem humanitären Hilfseinsatz in Serbien teil. Ziel war,  bei dem Aufbau einer medizinischen Erstversorgung für die Flüchtlinge in dieser Region zu helfen.

Einsatzschwerpunkt war die serbokroatische Grenze, an die sich der Flüchtlingsstrom nach Schließung der der serbsich-unagrischen Grenze durch die ungarische Regierung verlagert hatte. 

Seine Eindrücke nach Eintreffen im Einsatzgebiet übermittelte Dr. Scholber am 22.9.:

Die Szenerie ist gespenstisch: Massen von Flüchtlingen liegen dicht an dicht im schmalen Niemandsland zwischen Serbien und Kroatien bei Sid. Zahlreiche improvisierte Kleine Feuer aus Plastikabfällen verbreiten einen beissenden Gestank. Wer Glück hat, schläft in einem kleinen Zelt, sonst unter freiem Himmel mitten auf der Strasse. Wer das wilde Lager im Schein der Stirntaschenlampe durchquert, der muss aufpassen, nicht auf einen Schlafenden zu treten. Die Nacht ist sternklar und kalt, die Menschen frieren. Wenigstens regnet es nicht. Inmitten der gedrängten, provisorischen Nachtlager sitzt eine alte Frau im Rollstuhl, die seltsam deplatziert wirkt.
Vor dem kroatischen Grenzübergang steht eine aufgelockerte Polizeikette.
Junge ehrenamtliche Helfer verteilen unermüdlich Decken, Brot und Wasser. 6000 Flüchtlinge seien es in dieser Nacht, berichten sie. In der völlig unübersichtlichen Situation kann ich das nicht nachprüfen, 2000 sind es aber sicherlich.
Im Laufe des folgenden Tages werden die Flüchtlinge mit kroatischen Bussen abtransportiert. Wohin genau, das wissen sie nicht. Gegen 16 Uhr befindet sich kein Flüchtling mehr im Niemandsland, die Strasse wird gefegt. Man könnte glauben, die Ereignisse der letzten Nacht nur geträumt zu haben. In der nächsten Nacht wird sich der Ablauf an einem 20 Kilometer entfernten weiteren Übergang wiederholen. Die auffallend jungen Helfer (vor allem Helferinnen) aus Tschechien, Deutschland, Kroatien und Serbien werden wieder dabeisein.

Eine Reportage zur Lage auf der Balkanroute, erstellt von Journalisten von 1Life, die das Einsatzteam begleitet haben, finden Sie hier.